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Windelfrei in Marokko – das Land der Extreme

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Wir sind wieder zurück von unserer wundervollen, aber auch anstrengenden Tour durch Marokko. Da wir morgen, ja morgen (!), Richtung Kanaren segeln, werde ich mich heute kurz und knapp halten. Morgen beginnt nämlich ein gutes Wetterfenster, das genutzt werden will. 🙂 Marokko hat uns sehr gefallen und wir sind froh, dass wir das Land weiter erkundet haben. Ohne Kinder würden wir auch noch ein wenig bleiben. Aber mit jungen Kindern ist Marokko stressig.

Die Menschen sind sehr kinderfreundlich, die Umgebung nicht

Warum? Ständig werden die Kinder geknutscht, sie werden angefasst oder ihnen wird ins Gesicht geschnipst. Unsere Jungs haben strahlend blaue Augen und blonde Haare. Das bringt den marokkanischen Menschen anscheinend Glück. Zum Supermarkt muss man mit dem Taxi. Überall lauern Gefahren und man muss ständig aufpassen. Lose Stromkabel, tiefe Löcher, rasende Mopeds, keine Geländer vor Abgründen und einfach furchtbar viel Dreck. Es gibt kaum Spielplätze und wenn es welche gibt, sind sie kaputt. Ständig müssen wir den Kindern sagen “Nein, nicht dahin laufen. Nichts auf dem Boden anfassen. Nein, nicht da reintreten. Die Katze nicht streicheln. Nein, nein, nein.” Den ganzen Tag ist man am Ermahnen. Das ist für uns und für sie anstrengend. Im Gegenzug sind die Menschen hier aber unglaublich kinderfreundlich. Unsere Jungs kriegen Kekse geschenkt, uns wird in der vollen Tram Platz gemacht, wir werden viel angelächelt.

Marokko hat viele Gesichter

Wer weiß, ob wir ohne die Kinder so freundlich behandelt werden würden? Schwer zu sagen. Ein Kinderbonus ist jedenfalls deutlich spürbar, vor allem bei Offiziellen wie der Polizei. Jedenfalls sind wir mit dem Zug nach Marrakesch gefahren, eine wuselige und bunte Stadt. Dort waren wir in einem traditionellem Riad untergebracht und haben uns mit Nadine und Omar von From Bremen to Morocco getroffen. Per Zufall und per Instagram kamen wir zusammen. Man könnte auch sagen Schicksal. 😉 Sie haben für uns die Unterkünfte gebucht und somit unsere Reiseroute festgelegt. Wir sind dann mit dem Mietauto alleine losgezogen. Das war für uns perfekt, denn wir sind einfach nicht die Typen für Gruppenreisen und im Herzen Abenteurer. Zu viel Abenteuer wollten wir in Marokko aber nicht. So konnten wir auch auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen. Denn die beiden haben wenige Tage vor der Tour beschlossen, dass sie jetzt keine Windeln mehr tragen wollen. Was?! Ausgerechnet jetzt… ausgerechnet in Marokko… bei eher schwierigeren hygienischen Umständen. Wie sollen wir das machen? Wie funktioniert das überhaupt? Was müssen wir jetzt alles mitnehmen? Aber so ist das Leben. Man muss es annehmen, wie es ist. Es hat dann deutlich besser funktioniert als gedacht.

Von Marrakesch ging unsere Tour ins Atlas-Gebirge, dann in die Lehmstadt Ait Ben Haddou, zu der Todra-Schlucht, in die Merzouga-Wüste, in die Agdz-Oase und zurück nach Marrakesch. Wir hatten vor unserer Tour keine Vorstellung, aber sie wurde mehr als übertroffen. Tolle Unterkünfte, abwechslungsreiche Landschaften, Kontakt zu den Einheimischen, leckeres Essen und ein Einblick ins richtige Marokko. Nochmal vielen Dank an Nadine und Omar. 🙂 Wenn Ihr mehr Details von unserer Rund-Tour lesen und auch mehr Bilder sehen wollt, dann schaut auf unserer Facebook-Seite oder Instagram vorbei. 🙂

Das Essen und der Magen

Wir hatten uns davor gefürchtet und wir haben auch wirklich darauf geachtet. Aber es hat uns dann doch erwischt. 🙁 Ich hatte eine Nacht Magenkrämpfe aus der Hölle mit den entsprechenden Begleiterscheinungen (meine Vermutung sind zu viele frische Datteln). Kevin hatte den Spaß eine Nacht später, aber noch deutlich schlimmer wenn Ihr versteht (Ursache unklar). Wir sind also noch ganz gut davongekommen. Die Kinder sind zum Glück verschont geblieben. Das Essen und Trinken ist hier in Marokko nämlich unglaublich lecker! Die frischen Säfte und den berühmte marokkanische Tee werden wir sehr vermissen. Genauso wie die lecker gewürzten marokkanischen Gerichte wie die Tajine, das ist eine Art Eintopf in dem bekannten Lehmgefäß. Die beste Tajine haben wir übrigens in Salé in einem Imbiss für 20 Dirham gegessen, das sind umgerechnet etwa 2 Euro. Deswegen waren wir da auch öfter. 🙂

Next stop canaries!

Doch nun sehnen wir uns wieder zu mehr “sailors life”. Ankerbuchten, Dingi-Fahrten, Strand, Bikini, Cocktails. 😉 Und wie es scheint sind die Jungs jetzt wirklich nahezu Windelfrei, was das Müllmanagement während der Atlantiküberquerung deutlich entspannen wird…

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