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Wasserprobleme auf dem Segelboot – es wird nie langweilig und: endlich im Mittelmeer!

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Zunächst wünschen wir Euch allen frohe Ostern, viel Gesundheit und hoffen, dass der Osterhase euch reich beschenkt hat! 🙂 Wir haben Ostern ganz entspannt an Bord beim Segeln verbracht. Die Jungs sind sich sicher, dass sich der Osterhase mit dem sogenannten “Verschwindiebuss” auf unser Boot gebeamt hat. 😉 Wir sind jetzt tatsächlich im Mittelmeer und freuen uns einfach extrem darüber. Tausende gute Ankermöglichkeiten und kein Atlantikschwell mehr. Aber zurück zum Süßwasserleck

Leck erkannt und, einfacher als gedacht, gebannt

Wir haben das Leck zum Glück schnell finden können, unsere Vermutung war richtig und unser Warmwasserboiler nicht mehr dicht. Da hat Kevin den neuen Heizstab im November nicht fest genug rein gedreht und dieser hat sich über die Zeit gelockert. Kein Wunder, denn die Kraft kann man bei der benötigten 55er-Nuss (kein Tippfehler) schwer einschätzen. Unsere Bilgenpumpe schien dann auch wieder automatisch anzuspringen, nur nicht mehr automatisch auszugehen. Da muss der Kontaktsensor wohl verklebt sein, um dieses Problem kümmern wir uns dann aber in der Marina in Almerimar. In der bekannten Marina wollen wir ein paar Tage verbringen und unsere Serenity ein bisschen pflegen. Das hat sie nach zwei Mini-Atlantik-Überquerungen und einem Saharastaubsturm bitter nötig. Es gab für uns also keinen Grund noch länger in Portimao beim Ship Chandler zu sein (die Walross hatten wir bei Kuchen am Strand noch mal getroffen) und so beschlossen wir, den vorausgesagten Starkwind bei der Ilha Culatra abzuwettern. Hier liegen nämlich unsere Freunde von der BigFoot und so können wir sie nochmal sehen.

Vor dem Wasserleck ist nach dem Wasserleck

Kaum hatten wir unseren Anker vor der Ilha Culatra eingedampft, wollte ich unsere Entsalzungsanlage starten. Komischerweise konnte sie aber keinen Druck aufbauen. Huch, die Bilgenpumpe springt wieder an? Ein schneller Test verrät, dass diesmal Salzwasser in die Bilge strömt. Oh shit, dass ich nicht gut… Kevin und ich wuselten wie von der Tarantel gestochen durch das Boot. Schnell war der – zum Glück harmlose aber nicht weniger fatale – Übeltäter gefunden: Die Außenhülle eines der Wasserfilter vom Wassermacher ist geplatzt. Hunderte Liter Salzwasser ergossen sich in die Bilge. Und Salzwasser macht das Boot kaputt, zumindest wenn es im Boot ist. Stundenlang drehten wir das Boot komplett auf links um jedes noch so kleines Pfützchen Salzwasser wegzuwischen. Und es war überall, auch im Motorraum… nach zwei Tagen harter Arbeit, wir sind in jede Ecke gekrochen, hatten wir das Thema soweit im Griff. Das Ersatzteil für unsere Entsalzungsanlage konnten wir beim Fachhändler bestellen und es wird nach Almerimar geschickt. Wir lieben unseren Wassermacher und wollen ihn so schnell wie möglich wieder benutzen. 🙂 Kevin hatte das kaputte Teil provisorisch gefixt… es hat genau ein mal gehalten.

Zwischen den Reparaturen an den schönsten Orten, segeln wir 🙂

Wir haben die Zeit mit Steffi und Jörg bei einigen Sundownern und Spaziergängen auf der autofreien idyllischen Sandinsel Culatra sehr genossen. Der Starkwind brachte ordentlich Saharastaub mit sich, sodass wir jetzt ein richtiges Staubboot haben. Doch nun zog es uns ins Mittelmeer und das Wetter schien zu passen. Nach einem “Bis bald!” sind wir bis nach Cadiz gesegelt (schönstes Downwind-Segeln und wir haben Schildkröten gesehen 🙂 ), wo wir ankernd nur die Nacht verbrachten. Die Marina in Almerimar schrieb uns per Mail, dass ein Einreisen problemlos und ohne Restriktionen und Covid-Test für Segler möglich sei. Gut, dass wir das schriftlich haben. Denn die offizielle Information ist, dass ein Einreisen in und generell Reisen innerhalb Andalusiens bis 9. April verboten sei. Um nicht irgendwo festzusitzen beschlossen wir, zügig nach Almerimar weiter zu segeln.

Unser nächster Schlag führte uns durch die Straße von Gibraltar nach La Linea. Die Orcas machten uns große Sorgen, denn in der letzten Woche gab es zwei Angriffe auf Segelboote in der Mitte der Straße von Gribraltar, wobei die Ruder komplett zerstört wurden. Wir segelten nah an der Küste, waren ziemlich angespannt und hielten stetig Ausschau. In der Straße hatten wir zwei Knoten Strom mit uns und wir flogen förmlich nach Gibraltar. Dabei haben wir einen Mondfisch und wieder eine Schildkröte gesehen. Zum Glück keine Orcas! Was waren wir erleichtert! Marokko ist währenddessen gut sichtbar. Beeindruckend. Generell ist dieser Meilenstein einfach fantastisch und wir fühlten uns sehr euphorisch. Vor La Linea ankerten wir wieder. Die Affen von Gibraltar konnten wir leider nicht besuchen, den die Grenzen von Gibraltar sind zu. 🙁 Reisen in Corona-Zeiten ist eben manchmal ein wenig anders. Jetzt segeln wir die Costa del Sol entlang und genießen das wundervolle Mittelmeer-Klima.

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