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Vulkane, Wale und Fische – auf zu den liparischen Inseln und Sizilien

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Oh weh, ich war schreibfaul, die Blogposts hohle ich jetzt nach. 🙂 Mittlerweile sind wir in unserem Winterlager in Marina di Ragusa angekommen, doch dazu mehr im nächsten Blogpost.

Nachdem wir einen kleinen großen Waschmarathon hinter uns hatten, machten wir uns bei angenehmen Segelbedingungen auf dem Weg zum berühmten Stromboli. Dabei gab es gleich drei Highlights: Wir haben das erste Mal einen Wal gesehen (Unser Adlerauge Timo hat ihn entdeckt, wuhuu! Wir sahen Blas, Rücken und wunderschön die Fluke… leider könnten wir nicht herausfinden was für ein Wal es war.), wir haben endlich wieder einen Fisch gefangen (Es war eine Art Thunfisch, das Abendessen war gesichert.) und wir haben den Stromboli bei Nacht ausbrechen sehen (Wow!). Alles sehr beeindruckend.

Die faszinierende Welt der Vulkane

Wer schon mal bei den Liparischen Inseln war weiß, dass man hier nur bei ganz ruhigen Bedingungen ankern kann. Denn hier gibt es kaum eine geschütze Ankermöglichkeit, die Buchten sind offen. Wir hatten wahnsinniges Glück und hatten eine ruhige Nacht beim Stromboli. Der weltweit aktivste Vulkan ist sehr beeindruckend. Er grummelt und grollt, er spuckt Asche und Lava. Dennoch wohnen da Menschen. Wir begnügten uns mit dem Fernblick und motorten zu Lipari, der größten der Liparischen Inseln. Hier aßen wir phantastische Panini und schlenderten durch die schöne Altstadt.

Danach haben wir Volcano erkundet. Hier ist der Name Programm, denn der Vulkan ist aktuell vermehrt aktiv. Der letzte große Ausbruch war vor 130 Jahren, jetzt verformt sich der Krater, es gibt leichte Erdbeben und es tritt vermehrt Gas aus (unter anderem CO2 und Schwefelwasserstoff). Wir haben deswegen noch kurzfristig den angedachten Ankerplatz für die Nacht gewechselt, denn zu viel von den Gasen wollten wir doch nicht einatmen. Am Tag gingen wir an Land, denn ich wollte sooo gerne in ein heißes Schwefel-Schlamm-Bad… das war leider gesperrt. 🙁 Generell war die Insel ziemlich einsam, einige Dörfer wurden wegen der vermehrten Aktivität bereits evakuiert. Wir sahen auch Vulkanologen Messungen durchführen… ziemlich spooky (vor allem, da wir uns kurz zuvor Pompei angesehen hatten). Mein Thermen-Buddy Timo und ich ließen es uns aber nicht nehmen und so badeten wir in den heißen Quellen im Meer, was aber nur semi-befriedigend war. Das Meereswasser kühlte das heiße Wasser zu sehr ab, so hatten wir lauwarmes Wasser, mäh. Und wir haben noch tagelang nach Schwefel gestunken.

Da sich ein Sturm in etwa einer Woche anbahnte (der sich fast bis zum Medicane steigern sollte), gaben wir Gas und motorten durch die Straße von Messina bis nach Taormina. Skylla und Charybdis besänftigen erfolgreich wir mit einem kleinen Schluck leckeren Limoncellos aus Sardinien. 😉

Siziliens zauberhafte Ostküste

Taormina ist eine der bekanntesten Touristenorte an der Ostküste Siziliens. Zurecht. Denn das Ort ist zauberhaft, trotz der Touristenmassen. Wir fuhren mit dem Bus von unserem Ankerplatz bei Naxos hoch in die Hügelstadt. Die Altstadt ist wieder wunderschön und wir probierten uns durch Siziliens berühmten Streetfood Arancini (Gefüllte frittierte Reisbällchen – klingt seltsam ist aber unglaublich lecker.) und Cannoli (Eine frittierte Teigrolle, die anschließend typischerweise mit Ricottacreme gefüllt wird – klingt seltsam ist aber unglaublich lecker.). Von hier hat man einen fantastischen Blick über die Isola Bella, der Ankerbucht bei Naxos und auf den Ätna, den höchsten aktiven Vulkan Europas – den werden wir uns demnächst auch näher ansehen. 😉

Da die Zeit drängte (wir wollten unbedingt vor dem Sturm in der Marina sein), ließen wir Catania aus und segelten direkt nach Syrakus, beziehungsweise zur Altstadt-Insel Ortygia. Was soll ich anders sagen als: die Altstadt ist wunderschön. 🙂 Besonders ist der Fonte Aretusa, eine Süßwasserquelle direkt neben dem Meer. In dem Brunnen wächst wilder Papyrus.

Das Sturmtief Apollo kündigte sich mit einzelnen Gewitterzellen bereits an. Während unseres Mittagessens regnete es “wie aus Eimern”, was dazu führte, dass unser Dinghy mit Regenwasser geflutet war. Wer wohl durfte in das Dinghy steigen und es aufschließen?

Nach einem schönen Segeltag mit Rückenwind erreichten wir zum Glück noch rechtzeitig die Marina di Ragusa, um das Sturmtief Apollo abzuwettern. Mehr dann im nächsten Blogpost.

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