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Porto Santo – kleine Insel mitten ins Herz

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Heute gibt es endlich den Blogpost zu unserer Zeit hier auf Porto Santo. Ein fun fact vorneweg: Auf Porto Santo gibt es keine einzige Ampel. 🙂 Porto Santo gehört zur Inselgruppe Madeira und besteht hauptsächlich aus einem neun Kilometer langem Strand. Auf der kleinen Insel leben etwa 5.000 Menschen, in den Sommermonaten kommen 20.000 Touristen / Ferienwohnungsbesitzer dazu. Die Insel wurde 1418 von den Seefahrern João Gonçalves Zarco und Tristão Vaz Teixeira entdeckt. Während eines Sturms fanden sie hier Schutz und tauften die Insel Porto Santo, heiliger Hafen.

Im Vergleich zu Madeira ist Porto Santo weniger grün und wild. Dafür wird Entspannung und Entschleunigung ganz groß geschrieben. Klein und beschaulich. Spätestens nach dem fatalem Quallenerlebnis kennt uns auch die halbe Insel… Mit unseren eRollern erkundeten wir gediegen diese schöne Insel. Denn sie hat außer dem wunderschönen karibikmäßigen goldgelben Sandstrand, den unglaublich freundlichen Menschen und leckerem Essen noch mehr zu bieten.

Plante Kolumbus hier seine Antlantiküberquerung?

Christoph Kolumbus begegnete uns während unserer Reise immer mal wieder an der portugiesischen Atlantikküste und den Kanarischen Inseln. Auf Porto Santo hat Kolumbus aber wohl mehrere Jahre gelebt. Er heiratete die Tochter des Gouverneurs von Porto Santo, ihr gemeinsamer Sohn kam hier zur Welt. Im Casa Museu Cristovão Columbo kann man das angebliche Wohnhaus der Familie besichtigen, in dem er auch seine große Reise geplant hatte. Geschichte hautnah.

Beeindruckende Basaltformationen

Sehr imposant sind die Basaltsäulen vulkanischen Ursprungs am Südhang des Pico de Ana Ferreira im Westen der Insel. Sie wirken fast künstlich, gar außerirdisch.

Windmühlen – sind wir denn in Holland?

Das heimliche Wahrzeichen Porto Santos sind tatsächlich Windmühlen aus dem 18. Jahrhundert. Da die Insel mit der höchsten Erhebung von 517 Metern relativ flach ist, kann der Wind ordentlich wehen. Die Windmühlen wurden (es liegt nahe) zum Getreide mahlen genutzt. Heute sind nur noch wenige der einst knapp 40 Mühlen erhalten, wir haben fünf entdeckt. Vom Aussichtspunkt “Moinho”, an dem drei gut erhaltene Windmühlen stehen, hat man auch einen guten Blick zur Marina. Wir ankern gut geschützt im Hafenbecken.

Westküste – Ponta da Calheta

Von der Ponta da Calheta kann man bei guter Sicht bis nach Madeira sehen. Viel cooler an dem Ort ist aber, dass die Wellen aus Norden quasi einen Weg durch die Insel haben. Windsee und Dünung treffen da teilweise gegeneinander, sodass die Wellen schön gegeneinander knallen.

Verlassene Kartbahn und gigantischer Wassermacher

Direkt hinter der Marina haben wir eine verlassene Kartbahn entdeckt. Gruselig sieht sie aus, Zeugnis einer gescheiterten Idee. Für die Jungs mit ihren Rollern ist sie einfach ein großer Spielplatz.

Ein weiterer fun fact: Es gibt auf Porto Santo keine Flüsse. Eine Entsalzungsanlage der Superlative produziert das Süßwasser für die Insel, was mich sehr an “Die Geschichte des Wassers” von Maja Lunde erinnert.

Wall of fame – wir endlich auch

Auf den Hafenmolen der Marinas auf den Azoren, den Madeira- und den Kanarischen Inseln malen Crews traditionell ein Bild mit Namen des Bootes, der Crew-Mitglieder, Jahreszahl, Logo und/oder weiterem Kunstwerk. Als Beweis, dass sie hier waren. Als Erinnerung. Oder einfach so. Irgendwie hatte sich das bisher bei uns nicht ergeben… lediglich in Las Palmas haben wir mit Fingerfarbe einen Stein bemalt. Das diente aber mehr der Kinderbespaßung. Da wir diesmal massig Zeit haben und auch sehr viele Segelfreunde (real, Instagram und/oder Facebook) auf der Hafenmole in Porto Santo entdeckten, entschlossen wir uns kurzerhand, uns auch endlich zu verewigen. Das Ergebnis ist wirklich schön geworden, oder? 🙂

Und, wie geht es weiter?

Im Moment leben wir hier noch in unserer wohl behüteten Coronafreien Blase. Langsam halten wir aber Ausschau nach einem geeigneten Wetterfenster, um wieder ans Festland zu kommen. Ziel sind die Balearen mit kurzen Zwischenstopps (zum Ausruhen) an der spanischen Küste. Wir haben es dennoch nicht eilig, denn wir fühlen uns sehr wohl hier. Gefühlt täglich ändern sich die Einreisestimmungen der Länder und wir müssen sehen, was überhaupt möglich und sinnvoll isr. Aber bekanntermaßen: Die Pläne eines Segler sind in Sand geschrieben. 😉

3 Gedanken zu „Porto Santo – kleine Insel mitten ins Herz

  1. Madeira -> Balearen: das war damals auch unsere Reise. Aber nach Wetterfenster Ausschau halten ging nicht. Wir hatten ja einen Flugtermin von Mallorca nach Deutschland im Nacken. Also ging es damals nach dem Motto, “Nur Regattasegler und Charterer bolzbe gegenan” – 5 Tage auf Backbordbug hoch am Wind bei 5 Bft., dann eine Wende und 2 Tage auf Steuerbordbug hoch am Wind, der dann vor der afrikanischen Kueste unregelmaessig wurde und auch abflaute. Und von da an hiess es “Maschine an” sobald die Fahrt unter 5 Knoten sank. Hat aber trotzdem Spass gemacht.
    An Porto Santo erinnere ich mich nur vom Vorbeisegeln als dunklen Schatten in der Nacht.
    Mast- und Schotbruch, und immer eine handbreit Wasser unter dem Kiel,
    Pit

    1. Das hört sich nach einem wilden Ritt an! Bin gespannt, wie es bei uns werden wird…
      Viele Grüße
      Christina und ihre drei Männer

      1. Ja, ich habe schon angenehmere Toerns gehabt. 😉 Vor Allem ,weil das Schiff nicht dicht war. Irgendwo tropfte es immer von oben und unter Deck war Alles nass. 🙁 Aber im Grossen und Ganzen hat es trotz Allem Spass gemacht.
        Viel Glueck fuer Euch!

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