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Karibik in Hochglanz – Iles des Saintes

Ich wiederhole mich gerne: Camembert, Baguette, Rechtsverkehr, gestresste Menschen und keiner spricht mehr Englisch? Wir sind wieder in Frankreich! 😉

Die Anker- und Bojenpolitik

Zuerst waren wir in den Iles des Saintes, einer Inselgruppe, die zu Guadeloupe gehört. Dort haben wir vor der Terre-de-Haut geankert. Erste lustige Sache: Alle guten Ankerplätze sind mit Bojen voll und Ankern ist in diesen Bereichen verboten. Sie sind sogar extra mit gelben Bojen gekennzeichnet. Und dies hat keine Gründe des Naturschutzes (etwa weil Korallen geschützt werden) oder weil Ankern vom Untergrund nicht möglich ist (überall ist es Sand), sondern rein wirtschaftliche Gründe. Die weniger geschützen Bereiche sind fürs Ankern frei. Wir haben aus Prinzip geankert, das gesparte Geld haben wir lieber in Rillette de thon investiert.

Die Inselgruppe ist surreal in der Karibik, irgendwie so unecht. Vornehme Häuser, fast nur weißhäutige Menschen, überall stehen Mülleimer rum, alles ist schön sauber, eine Flanier-Meile voller Boutiquen und Restaurants. Klar, irgendwie ganz nett und schön anzusehen, aber überhaupt nicht authentisch.

Die Müllpolitik

Zweite lustige Sache: Wir waren an Land und wollten Müll wegbringen. Kevin war barfuß (lange Geschichte in kurz: ich hatte meine Schuhe vergessen und Kevin hat mir seine Flip-Flops gegeben… mein süßer Gentleman), somit waren die fünf Minuten zum “offiziellen Segel-Mülleimer” sehr weit. Kevin steuerte also einen der vielen öffentlichen Mülleimer an, die wohlgemerkt fast leer waren. Sofort kam ein Franzose angebraust, dass das nicht gehe, dass es ihm egal sei dass Kevin keine Schuhe an habe. Hach ja, was soll man da noch sagen.

Dennoch sind die Iles des Saintes landschaftlich sehr schön und wir haben die Zeit dort genossen. Vor allem da wir alte Bekannte aus Marokko wieder getroffen haben, die irische Familien-Crew der Danú. Viel haben wir seitdem erlebt und viel gab es entsprechend zu erzählen. Dabei stellte sich raus, dass sie auch im früheren Leben (also vor den Kindern 😉 ) Kletterer waren. Kurzerhand haben sich die Männer zusammengetan und den schönen Pain de Sucre mit Selbstabsicherung erkundet. Der Rest der Familien war am Strand nebenan.

Die Toilettenpolitik

Jetzt liegen wir bei Guadeloupe vor der Ile de Gosier. Hier sind wir plötzlich wieder in der authentischen “französischen Karibik”, ähnlich wie in Martinique. In Gosier haben sich unsere Mütter ab morgen einquartiert und wir haben die nähere Umgebung bereits ein wenig erkundet. Wir sind positiv überrascht vom Ankerplatz, der durch die Riffe um die Insel gut geschützt und auch sehr schön ist. Mit dem Bus haben wir uns dann Pointe-à-Pitre angesehen. Die Hauptstadt Guadeloupes hat einen ähnlichen Flair wie Fort-de-France. Aber auch hier konnten wir viele schöne Straßenkunst entdecken.

Kommen wir zur dritten lustigen Sache: Die Jungs mussten während unseres Ausfluges ganz dringend auf Toilette. Wer junge Kinder hat weiß, dass es ganz schnell gehen muss, wenn sie müssen. Öffentliche Toiletten Fehlanzeige. Ich renne mit ihnen also bei 30 Grad und durch die Situation leicht gestresst zu einer Fahrschule und frage freundlich, ob die Kinder auf Toilette dürfen. Nein, ich solle mit ihnen zum McDonalds gehen. Ich fasse es nicht, aber gut. Ich eile schwitzend und ein wenig mehr gestresst Richtung McDonalds. Auf dem Weg entdecke ich ein Restaurant und gebe die Hoffnung nach Menschlichkeit nicht auf und frage, ob die Kinder auf Toilette dürften. Nein, die Toilette sei nur für Gäste. Ich habe leider kein Geld dabei, um mir für zwei Euro eine Kaffee zu kaufen. Das sei ihr egal. Ich bin fassungslos und eile sprachlos weiter. Im Stress-Endstadium entdecke ich endlich den McDonalds und erreiche noch rechtzeitig die Toilette. Dass man Kinder nicht auf die Toilette lässt, kann ich wirklich nicht verstehen. Kevin hatte das gleiche Erlebnis mit Timo in Terre-de-Haut. Auf den “nicht-französischen” Inseln gab es sowas nie… dafür gibt es hier leckeres Essen. 😉

Morgen holen wir unsere Mütter vom Flughafen ab und freuen uns schon riesig. Wir haben für die Zeit ihres Aufenthaltes ein Auto gemietet und schon allerlei Ausflüge rausgesucht. Wir werden berichten. 🙂

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