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Im Sauseschritt nach Porto – Francesinha, Douro Tal, Akademikergefängnis

Unser letztes Wetterfenster war gnädig. Wir kamen tatsächlich bis nach Porto. Von der langen Fahrt konnten wir zwar nur zwei Stunden segeln (das war so herrlich!), aber wir wollen uns nicht beschweren. Letztes Jahr haben wir uns für die gleiche Strecke 2,5 Monate Zeit genommen… Hier in Portugal ist die Corona Situation entspannter als in Spanien. Die Spielplätze sind zu, aber dafür sind die Restaurants und auch alle anderen Geschäfte offen. Der Mundnasenschutz muss quasi immer getragen werden. In bestimmten Regionen, wie Porto und Lissabon gilt zudem unter der Woche eine nächtliche Ausgangssperre, am Wochenende schon ab 13 Uhr. Wenn die Sonne scheint, ist es herrlich warm. Morgens und abends freuen wir uns über unsere Bordheizung.

Porto ist nach wie vor eine unserer Lieblingsstädte

Nochmal in Porto zu sein, hat uns sehr gefreut. Letztes Jahr haben wir uns direkt in die bunte Stadt verliebt. Im Vergleich zur Karibik – die zugegeben eine wundervolle Natur hat und der Rum Punsch ist natürlich mega – ist in Europa das Bummeln durch geschichtsträchtige Städte eine wahre Wonne. So schlenderten wir durch Porto, aßen die mächtigen Francesinhas und haben ordentlich Portwein proviantiert. 🙂 Endlich ging es auch wieder an den Strand, was vor allem die Jungs riesig freute und ihre Augen zum Strahlen brachte. Serenity ist somit offiziell nicht mehr Sandfrei. Wir freuten uns bei der Strandbar über die gefährliche portugiesische Sangria und den leckeren Kaffee (es erstaunt uns immer noch, dass er hier unter einen Euro kostet).

Das bezaubernd Douro Tal in Herbstfarben

Es zeichnete sich schnell ab, dass wir hier länger auf ein passendes Wetterfenster warten würden, um weiter Richtung Süden zu segeln. So mieteten wir uns kurzerhand ein Auto und sind ins Douro Tal gefahren. Das haben wir letztes Jahr irgendwie verpasst. Die tausenden Weinstöcke erstrahlten jetzt in den schönsten Herbstfarbe, rot und gelb leuchteten die Blätter. Wir besuchten auch eine Quinta (ein portugiesisches Weingut) und haben den eigenen Port- und Tafelwein gekostet.

Das Douro Tal ist das größte Weinanbaugebiete Portugals, in dem vorallem der bekannte Portwein angebaut wird. Bis zur Fermentierung ist die Herstellung von Portwein im Vergleich zum Tafelwein gleich. Wenn der Alkoholgehalt des gärenden Mostes bei etwa sieben Prozent liegt, wird die Fermentierung gestoppt, in dem hochprozentiger Alkohol hinzu geschüttet wird. Das nennt man Fortifizierung. Dann kommt das Gemisch für ein bis zwei Jahre in unterschiedlich große Fässer, damit unterschiedliche Portweinsorten entstehen. Erst danach werden sie an die Küste nach Gaia transportiert, um Jahrelang (teilweise Jahrzehntelang) in den “Höhlen” zu reifen.

Coimbra – Universitätsstadt mit Fledermäusen

Am nächsten Tag zog es uns nach Coimbra, die mittelalterliche Hauptstadt Portugals und vor allem bekannt durch ihre Universität. Sie ist die älteste Universität Portugals, eine der ältesten in Europa und wurde 2013 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Vor allem die prunkvolle Biblioteca Joanina ist sehr beeindruckend (leider durften wir keine Bilder machen). Sie umfasst mehr als dreihunderttausend Werke, die zwischen dem sechzehnten und achtzehnten Jahrhundert entstanden. Der ehemalige König Johann V., beauftragte 1717 den Bau. In ihr wohnen auch Fledermäuse, die Nachts auf Insektenjagd (vor allem Motten) gehen und somit die Bücher vor Befall schützen. Heute studieren 30.000 Studenten in Coimbra.

Fun fact: Es gab ein akademisches Gefängnis an der Universität, das bis ins 19. Jahrhundert in Gebrauch war, in dem die Studenten bis zu sechs Monaten eingesperrt wurden. Geahndete Vergehen waren: Bücher beschädigen, frech zum Lehrer sein oder im Unterricht einschlafen… (In Heidelberg gab es übrigens auch so ein Gefängnis.)

Auf nach Lissabon

Lange haben wir überlegt, ob wir morgen direkt nach Madeira oder erstmal weiter nach Lissabon starten. Wir haben uns für Lissabon entschieden, denn wir bleiben unserem Grundsatz treu und gehen kein Risiko ein. Das Wetter ist im Herbst unbeständig und lange Wettervorhersagen sind ungenau. Von Lissabon brauchen wir außerdem einen Tag weniger nach Madeira. Und vor allem: Warum hetzen? 🙂

2 Gedanken zu „Im Sauseschritt nach Porto – Francesinha, Douro Tal, Akademikergefängnis

  1. Hallo Ihr Lieben!
    Wieder mal ein wunderbarer Bericht. ich war direkt in die Zeit vor über einem Jahr zurück versetzt, als wir uns in der Marina Porto getroffen haben.
    Jetzt freue ich mich mit Euch auf Eure weiteren, großartigen Ziele Lissabon und natürlich Madeira! Ich muss da mit Makani unbedingt auf wieder hin!
    Gute Fahrt und immer die Handbreit!
    Liebe Grüße vom Glüxpiraten Eric und Makani!

    1. Lieber Eric,
      wir mussten auch ganz arg an unsere Zeit letztes Jahr zurück denken. Dieses Mal gab es dank Corona leider keinen Brötchen-Service. 😉 Das Rhein-Main-Gebiet-Feeling dank Flügzeuge war aber gleich.
      Wann geht es mit der Makani wieder los?
      Ganz liebe Grüße
      Christina und ihre drei Männer

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