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Eiskalte Canyons und heiße Quellen – Naturinsel Dominica

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Wir sind total geflasht von der wundervollen Naturinsel Dominica. Sie sticht durch ihre dichte, ursprüngliche Natur heraus. Die ist im Vergleich zu den anderen karibischen Inseln wirklich einmalig. Regenwälder, Canyons, heiße Quellen, 365 Flüsse, Strände, Wasserfälle, Vulkane, vielfältige Fauna und Flora, Ureinwohner – was will man mehr? Da wären noch die sehr freundlichen, entspannten Menschen, leckeres Obst und Gemüse, wenige Touristen sowie eine Sicherheit, die wir sonst nicht in der Karibik erlebt haben. Wir haben in der Zeit unser Dingi kein einziges Mal abgeschlossen, da in den Ankerbuchten patrouilliert wird und an den Stegen die Fischer die Dingis gegebenenfalls umlegen müssen. Das fanden wir sehr beeindruckend. Wir hatten leider (!!!) nur knapp 1,5 Wochen Zeit auf Dominica, doch wir haben diese Zeit sehr genossen und viel erlebt.

Beeindruckende Trafalgar Falls

Los ging es mit dem öffentlichen Bus zu den Trafalgar Falls. Auch in Dominica gibt es wie in Grenada kleine Mini-Busse, die günstig überall hinfahren. Als Außenstehender ist das System aber deutlich schwerer zu verstehen. Die Busse haben hier keine Nummern, man muss also wissen wo die Haltestellen sind und man einsteigt um an sein Ziel zu gelangen. Wir haben uns aber einfach durchgefragt und es gewagt und sind tatsächlich angekommen. Die Trafalgar Falls sind zwei Wasserfälle (“Vater” und “Mutter”), die hier zusammenfließen. Sie sind nach einem kleinen Spaziergang leicht erreichbar, zu den Pools muss man allerdings ein wenig klettern. Wir haben mit den Jungs einfach einen leicht zugänglichen Pool genommen. Was mich sehr fasziniert: Durch die vergangenen Hurrikans haben sich die Trafalgar Falls im Laufe der Zeit verändert. Die Natur ist hier also irgendwie immer im Fluss.

Eine Bootsfahrt, die ist lustig… im Indian River

Nach Roseau haben wir in Portsmouth, der ehemaligen Hauptstadt von Dominica angelegt. Hier liegt der Indian River, in dem auch Szenen für “Fluch der Karibik 2” gedreht wurden. Ein Guide paddelte uns durch den Fluss, dieses Naturschutzgebiet darf man alleine nämlich nicht befahren. Der Name kommt von den Ureinwohnern, den Kalinago, die hier früher lebten und den Fluss mit ihren Kanus befuhren.

Kalinago-Gebiet – Ureinwohner hautnah

Am nächsten Tag haben wir uns dann für zwei Tage ein Mietauto genommen, um die Insel selbst erkunden zu können. Mit den öffentlichen Bussen kommt man in Dominica doch an seine Grenzen. Aber hier muss man links fahren. Irgendwie gewöhnt man sich schnell daran, wenn das Lenkrad auf der falschen Seite ist. 😉 Unser erstes Ziel war das Kalinago-Gebiet. Die Kalinago werden aus Südamerika stammend angesehen und stellen den letzten verbliebenen Stamm der präkolumbischen Karibik-Indianer dar. Mit der Ankunft von Christoph Kolumbus änderte sich dann alles. Ihr kennt die Geschichte. Heute leben noch etwa 3.000 Kalinago in einem ihnen zugeteilten Gebiet auf Dominica. Wir haben von einer Dame einen wunderschönen Korb für umgerechnet 13 Euro gekauft, für dessen Herstellung sie zwei Tage benötigte. Eine schöne Erinnerung, aber das Verhältnis von Arbeit und Kaufpreis macht mich noch immer sprachlos..

Titou Gorge und Wotten Waven – bitte was?

Unsere absoluten Highlights waren aber Titou Gorge und Wotten Waven am nächsten Tag. “Hä?”, höre ich die hessischen Leser förmlich denken. 😉 Titou Gorge ist eine enge Schlucht, durch die man im kühlen Wasser durchschwimmen kann. Am Ende erwartet den Mutigen dann ein großer Wasserfall. Nach ein paar Überredungskünsten haben wir mit den Jungs das Abenteuer gewagt und es war wirklich spektakulär. Zu dem Zeitpunkt waren leider Gruppen eines Kreuzfahrtschiffes da, sodass beim Wasserfall am Ende Nummern ziehen angesagt war. Nachdem die Massen wieder weggeschifft wurden, hatten wir die Schlucht aber ganz für uns alleine und wir sind einfach nochmal durch geschwommen. Jeweils Kevin und ich alleine. Wow. Am Anfang des Canyons fließt dann noch eine heiße Quelle, perfekt zum Aufwärmen.

Apropos aufwärmen: Danach sind wir zu den nah gelegenen Schwefelquellen im kleinen Dorf Wotten Waven gefahren und hatten ein komplettes Spa für uns alleine. Das war einer dieser tiefen Glücksmomente, die man nie vergessen wird. Wir alle haben das entspannende heiße Bad sehr genossen. Als ich die Jungs fragte, was ihnen in Dominica am Besten gefallen hat, dann sagen beide in exakt dem Wortlaut: “Die heiße Quelle. Die war herrlich und sooo angenehm.” Wie alt sind die beiden nochmal?

Weiter geht die Fahrt! Hallo Frankreich!

Wir sind jetzt auf Terre-de-Haut, die zu den Illes de Saintes gehört und südlich von Guadeloupe liegt. Die Fahrt war squallig (einzelne tropische Regenzelle mit viel Wind), so konnte ich wenigstens mein Ölzeug nochmal auspacken… Hier bleiben wir ein paar Tage, bevor es nach Guadeloupe geht.

Go sailing they say… it’s funny they say.

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