Die mittleren und nördlichen Kykladen und: der Meltemi nervt immer noch

Nach den kleinen Kykladen zog es uns wieder Richtung Osten und auch Norden. Bekanntlich ist es bei starkem Nordwind nicht so angenehm, nach Norden zu segeln. 😉 Wir nutzten ein kurzes Windfenster und segelten entspannt nach Paros. Kevin spürte während der Fahrt ein leichtes Kratzen im Hals, was sich schnell zu einem starken Husten steigerte. Sogleich zückten wir einen Corona Schnelltest aus unserer Medizinkiste und tatsächlich: Da waren zwei Striche! Irgendwie wussten wir es, dennoch waren wir geschockt. Es hat uns schließlich auch erwischt, trotz Dreifachimpfung der Erwachsenen und Zweifachimpfung der Kinder.

Die Kinder und ich kamen glücklicherweise glimpflich davon, Kevin erwischte es dafür ziemlich heftig, inklusive Geschmacks- und Geruchsverlust, Schlappheit und natürlich Husten. Puh, das heißt Quarantäne und Krankenversorgung an Bord. Die Jungs und ich waren bereits negativ (wir hatten es im Nachhinein betrachtet wohl vor Kevin gehabt und uns in Ios angesteckt), so konnten wir wenigstens an Land und Paros erkunden.

Paros – unsere touristische Quarantäneinsel

Paros ist eine schöne Insel, die durch die vielen Quellen ziemlich grün ist. Hier wird Wein, Obst und Gemüse angebaut. Durch die strategische Lage (relativ mittig in den Kykladen) gibt es hier einen Flughafen und es laufen sehr viele Fähren ein und aus. Dementsprechend ist es ziemlich touristisch, wir waren von den damit verbundenen Versorgungsmöglichkeiten aber schwer begeistert, hier kauften wir auf dem Markt die köstlichsten Mini-Tomaten in ganz Griechenland.. Auch kamen wir mit den öffentlichen Verkehrsmittel quasi überall günstig hin. Die Kinder und ich erkundeten Parikia (hier ankerten wir wegen der guten Anbindung zu Ärzten und Apotheken, zur Not zum Flughafen,… wir wussten schließlich nicht wie der Krankheitsverlauf bei Kevin noch sein sollte. Spoiler: Ihm geht es wieder gut. 🙂 ), schwammen im Meer, gingen zum Strand.

Nach einigen Tagen machten wir einen Ausflug und fuhren zum sogenannten “Schmetterlingstal”, eine Oase auf der Insel, in der eine Quelle fließt und deswegen viele alte Bäume wachsen (hier kauften wir köstliche Kirschpflaumen, hach…), weswegen sich die Schmetterlinge seit mindestens hundert Jahren dort wohl fühlen. Es ist allerdings nur eine Schmetterlingsart, die Panaxia quadripunctaria oder „Spanische Flagge“ oder „Russischer Bär“, die zu tausenden auf den Blättern sitzen. Faszinierend.

Nachdem Kevin nach langen 12 Tagen (geprägt von Schlafen, Gitarre spielen und langweilen) endlich wieder negativ war, sich besser fühlte und wieder schmeckte, fuhren wir gemeinsam zu der bekannten Fischerstadt Naoussa. Naoussa ist nach wie vor sehr charmant und schön zu erkunden, allerdings sehr touristisch und voll. Es erinnerte mich stark an Santorini. Danach segelten wir zu unserer Überraschungsinsel Sifnos.

Sifnos – unsere Überraschungsinsel

Eigentlich wollten wir nicht nach Sifnos segeln (sondern direkt nach Serifos), aber der Wind wehte günstiger in Richtung Sifnos. Wir wählten also den angenehmeren Kurs frei nach dem Motto „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen“. 😉 Im Nachhinein sind wir sehr froh, denn Sifnos ist eine unserer Lieblingsinsel in den Kykladen geworden. Sifnos ist wirklich toll. Authentisch, grün, hügelig. Hier war die wohl beste Taverne, in der wir in Griechenland gegessen hatten. Die Strände sind ideal für Familien (feiner Sandstrand und sehr seicht), die Städte sehenswert und es gibt ein breites Netz an Wanderwegen und sogar Kletterfelsen. Und: Kevins absoluter Lieblingsradiosender RadioActive ist in Sifnos zu Hause. 🙂 Hier werden wir mit Sicherheit nicht das letzte Mal gewesen sein.

Serifos (schöne Chora) und Kithnos (heiße Quellen)

Im kurzen Schlag motorten wir danach weiter nach Norden für einen kurzen Stopp nach Serifos. Serifos hat eine wunderschöne Chora, zu der wir wahnsinnigerweise hoch wanderten. Wie die Sahne eines Törtchens trohnen die weißen Häuser auf dem Berg, den wir von unserem Ankerplatz bewundern konnten. Ansonsten ist Serifos eher “langweilig”, weswegen wir nach zwei Tagen weiter Richtung Norden nach Kithnos motorten.

Kithnos sollte die letzte und nördlichste unserer Inseln in den Kykladen sein. Zum einen nervte der Meltemi immer noch gewaltig (das permanente Geräusch des starken Windes zerrte an unseren Nerven, machte uns fast aggressiv), zum anderen wollten wir uns ohne Zeitdruck gemütlich auf dem Weg nach Kalamata machen. In Kithnos waren Kevin und ich 2015 während unseres ersten gemeinsamen Segeltörns als ich schwanger war. Die Insel bietet nicht sonderlich viel, aber heiße Quellen! Ich liebe heiße Quellen! Kithnos war also gesetzt und wir hatten hier ein paar schöne gemütliche Tage. Beim Schnorcheln sahen wir alle unseren ersten Oktopus, was ein echtes Highlight war.

Nach ein paar Entspannungstagen segelten wir weiter zur Ostküste der Peloponnes, die uns nochmal sehr positiv überrascht hatte. Hier verbringen wir die letzten Tage vor Anker vor der Bootsübergabe Ende August.

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