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Bootskauf #2 – die Entscheidung

Wir sind nun endlich in Frankreich und so was von aufgeregt! Vielleicht sehen wir bald unser Schiff – welches Heimat für Jahre sein wird.

Was für eine Entscheidung.

Als erstes gehen wir zum örtlichen Bäcker, welcher bereits bei meinem ersten Besuch phänomenal gut war.

– Kurze Rückblende –

Damals (ca. ein Monat vorher) wollte ich eigentlich ein ganz anderes Boot ansehen. Ich suchte im Internet auf den üblichen Seiten für gebrauchte Boote und Segelyachten nach Angeboten. Ich hatte eine wirklich schöne Oceanis 40 mit drei Kabinen gesehen. Das Schiff gehörte einem Kanadier, welcher damit eigentlich über den Atlantik wollte. Aus privaten Gründen konnte er seine Reise nicht antreten, also versuchte er das Schiff zu verkaufen. Ich rief also den Makler an und vereinbarte einen Termin, buchte den Flug und ein Hotel. Zwei Tage vor der Abreise rief mich der Verkäufer an und meinte, dass das Boot über einen Kanadischen Broker verkauft wurde. No deal, no visit! Also was tut man mit der Absicht ein Boot zu kaufen und einem Flug in die Bretange inkl. Hotel in der Tasche? An die französische Atlantikküste reisen und irgendjemand nach einem Boot fragen! Es gibt ja schließlich genug.

Ich hatte noch einige andere Boote auf dem “Radar”, welche in der gleichen Region lagen (örtlich und preislich). Also kontaktierte ich spontan den Händler einer Oceanis 40, ebenfalls drei Kabinen, und fragte nach einem Termin für den kommenden Samstag. Ich bekam einen und nutzte meinen Flug. Dort angekommen, ach ja richtig der Bäcker: Das war mein erstes Ziel.

Ich wusste in diesem Moment, dass Frankreich kein schlechter Start sein würde….

Nach einem perfekten “petit déjeuner” traf ich Thomas von Atlantic Yachting in Lorient. Er erzählte mir etwas über die Yacht und meinte, dass er auch eine Oceanis 40 in der Zweier-Kabinen-Version habe – ob ich “die” denn auch sehen wolle. Klar doch! Wenn man schon mal da ist… Wir besichtigten also beide Boote, wobei mein Fokus klar auf der geplanten Dreier-Kabinen-Yacht lag. Intensiv schaute ich mir alles an. Bei der Zwei-Kabinen-Version konnte ich mir unsere Reise irgendwie vorstellen, ich hatte ein unglaublich gutes Gefühl bei der Sache. Also war klar, Christina muss mit und wir müssen final entscheiden, ob wir dieses Boot kaufen wollen. Solch eine Entscheidung geht nur gemeinsam.

– Wieder zur Gegenwart –

Da sind wir nun also, bei dem gleichen Bäcker und werden uns gleich das Schiff anschauen, welches wir vielleicht kaufen werden…

Wir schauen uns intensiv alles an. Thomas erläutert gleich einige Details und Ausrüstungsgegenstände, verkaufen kann er.

Gegen Nachmittag legen wir zu einem Probesegeln ab – was ein Gefühl! Wir versuchen uns nicht zu sehr emotional leiten zu lassen achten auf die ganzen Details. Das Boot segeln unglaublich stabil und solide. Kein Vergleich zu Charterschiffen, die wir aus unseren Urlauben kennen. Man merkt allerdings auch, dass der Vorbesitzer ein älterer Herr war, der nicht mehr so viel mit dem Boot gesegelt hat.

Es entsteht ein sehr lange Liste von Pros und Contras. Dinge, die zu reparieren/erledigen sind. Wieder zu Hause angekommen, beginnt die Recherche zu den notwendigen Arbeiten, Kostenschätzungen, Überlegungen und so weiter. Eine intensive Zeit.

Mein Segellehrer aus Frankfurt meinet zu mir: “Kevin, kennst du beiden schönsten Tage im Leben eines Yachtbesitzers? Der Tag, an dem man das Boot kauft und der Tag, an dem man es wieder verkauft!” Na ja, das lasse ich mal so stehen, bin gespannt.

Vor allem das Teak Deck macht uns etwas Sorgen! Einige Segler raten dringend davon ab, andere finden es super! Zwei Segler – sieben Meinungen. Jedenfalls ist bei “unserem” Teak Deck (wir hatten das Schiff ja noch nicht) ganz schön was kaputt.

Unsicherheit macht sich breit. Ist das ein geeignetes Schiff für uns? Ist Lorient nicht zu weit weg? Haben wir genug Zeit das Schiff für unsere Reise vorzubereiten? Klar ist, das wir jeden freien Tag in 2018 dafür verwenden müssen. Wir überlegen hin und her.

Wir lassen uns nicht verwirren und hören auf unser Gefühl – so ein Deck kann man schleifen und reparieren.

Die Entscheidung ist gefallen! Der Kaufvertrag wird unterschrieben und wir besitzen jetzt ein Boot. Stolz wollen wir es jedem erzählen, nur halt! Es weiß ja noch kaum jemand von unseren Plänen…

Die Frage stellt sich also: Wie sage ich es bloß meinen Eltern?